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23.03.2010: Mittelschule
Aiwanger: Mittelschule ist Mogelpackung zur Lehrereinsparung
Hubert Aiwanger (Rottenburg / Laaber), Fraktionsvorsitzender der FREIEN WÄHLER im Bayerischen Landtag, ist der Ansicht, dass das Hauptziel der Staatsregierung bei der Einführung von Mittelschulen die Einsparung von Lehrerstellen durch Vergrößerung der Klassen wäre.
Aiwanger erklärt: „Gerade im ländlich geprägten Niederbayern gibt es noch viele kleinere Hauptschulstandorte mit 150 bis 300 Schülern.“ Im Zuge der Einführung der Mittelschule würden aber Schülerzahlen von 400 bis 800 Schülern pro Standort bzw. Schulverbund angesteuert, wie sie auch bei Realschulen und Gymnasien üblich sind. Aiwanger weiter: „Dies hat zur Folge, dass auch die Schülerzahlen pro Klassen ähnlich hoch sein werden wie bei Realschulen oder Gymnasien. Aus drei Klassen mit 20 Kindern werden dann zwei Klassen mit 30 Kindern.“
Von den etwa 3400 Schulklassen an niederbayerischen Volksschulen haben derzeit etwa 690 Klassen, also 20 % aller Klassen, mehr als 25 Schüler. Von den über 940 niederbayerischen Realschulklassen haben 79 % eine Klassenstärke von mehr als 25 Schülern. An den Gymnasien Niederbayerns haben 69 % der über 970 Klassen eine Größe von über 25 Schülern.
Aiwanger befürchtet mit einem Anstieg der Klassenstärken auch einen erhöhten Bedarf an Nachhilfeunterricht für die Schüler: „In größeren Klassen kann der Lehrer nicht mehr individuell auf jedes Kind eingehen. Daher wird auch der Nachhilfebedarf steigen. Dies bedeutet eine erhöhte Kostenbelastung für die Eltern.“ Aktuell liegen die Ausgaben für private Nachhilfe in Niederbayern insgesamt bei etwa 30 Millionen Euro. Laut Aiwanger könnten sie mit Einführung der Mittelschule um 30 % steigen: „Die zusätzlichen 10 Millionen Euro, die Niederbayerns Eltern wegen der Einführung der Mittelschule für Nachhilfe ausgeben werden müssen, sollte der Staat investieren – und zwar nicht in Nachhilfe, sondern in 200 Lehrerstellen.“

