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21.01.2011: Wildfütterung Oberammergau
Freie Wähler ergreifen Partei für Wald und Wild
Aiwanger: Wintergatter-Betrieb sichert vernünftigen Einklang von Wald und Wild
Oberammergau (lu/da). Florian Streibl, MdL und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, folgte gestern Nachmittag gemeinsam mit dem Fraktionsvorsitzenden Hubert Aiwanger der Einladung des Forstbetriebs Oberammergau, um sich aus erster Hand zum Sachstand der winterlichen Wildfütterung und ihrer Bedeutung für die Waldwirtschaft zu informieren. Meinhard Süß vom Forstbetrieb Oberammergau führte die beiden Abgeordneten, die selber passionierte Jäger sind, zur Schaufütterung vor Ort, in den so genannten Schattenwald.
Im Ammergebirge bestehen insgesamt fünf zentrale Futterstationen für Rotwild. Das Wintergatter Schattenwald ist 3500 Hektar groß und nimmt im Winter etwa neunzig Stück Rotwild auf. Süß verwies auf den Erfolg dieser Wintergatter, die dazu geführt haben, dass der Bergwald im Winter wieder rotwildarm ist. Dies kommt der ursprünglichen Situation in der Zeit vor 1850 nahe, als das Rotwild noch regelmäßig in der kalten Jahreszeit ins Flachland zog. Dank der Fütterung können heute großflächige Verbiss-Schäden im sensiblen Bergwald verhindert werden.
Aiwanger ist überzeugt: „Hier wird erneut eindrucksvoll vermittelt, dass ein Einklang zwischen Waldverjüngung und Wildfütterung möglich ist. Wild muss definitiv gefüttert werden, wenn es keine Chance hat, an natürliche Futterquellen zu gelangen. Das Jagdgesetz verpflichtet zur Fütterung in Notzeiten und das ist gut und richtig so.“ Auch Streibl hält nichts davon, das Wild im Winter sich selbst zu überlassen; er befürwortet stattdessen ein gezieltes Wildtier- und Fütterungsmanagement, wie es im Forstbetrieb Oberammergau betrieben wird: „Der Mensch hat dem Rotwild den natürlichen Lebensraum im Winter geraubt, jetzt ist er auch dazu verpflichtet, dem Rotwild das Überleben zu sichern.“
Aiwanger und Streibl regten abschließend an, häufiger vertrauensbildende Maßnahmen mit den privaten Jägern vor Ort zu ermöglichen, um ideologischen Wald-Wild-Diskussionen die Grundlage zu entziehen: „Miteinander zu reden war noch immer die beste Methode, um Probleme auszuräumen, bevor „scharf geschossen“ wird.“


