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20.04.2010: Stilllegung Isar 1
Aiwanger: Isar 1 wie geplant 2011 abschalten - Sicherheitsbedenken ernst nehmen
Zur Diskussion um die Stilllegung von Isar 1
Die Diskussion um die Stilllegung des Atomkraftwerks Isar 1 bei Landshut ist nach Meinung des Abgeordneten aus der Region Landshut und Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Hubert Aiwanger, eigentlich völlig überflüssig. Er wirft der CSU/FDP-Koalition vor, diesen Streit unnötigerweise vom Zaun zu brechen: „Die bestehende Rechtslage sieht unmissverständlich ein Abschalten von Isar 1 im Jahr 2011 vor, und das hat gute Gründe. Isar 1 ist ein Siedewasserreaktor der älteren Baureihe, welche besonders störanfällig ist. Wenn der bayerische Innenminister keine Zweifel an der Sicherheit hat, dann weiß er offensichtlich nicht, dass schon vier ernstzunehmende Störfälle stattgefunden haben. Besonders kritisch sehen Fachleute die Situation bei einem Flugzeugabsturz auf die Anlage. Wegen der unmittelbaren Nähe zum Flughafen München ist hier ein besonderes Risiko gegeben, das man ernst nehmen muss. Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz König hat bereits 2002 ein Abschalten von Isar 1 gefordert. Die Politik darf keine Panik verbreiten, sie darf aber auch nicht blinde Kuh spielen, wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung geht.“
Hintergrundinformation: Isar 1 ging 1979 in Betrieb und gehört mit den AKWs in Brunsbüttel, Krümmel und Philippsburg 1 zu den 4 SIEDEwasserreaktoren der Baureihe 69, die bauartbedingt besonders störanfällig sind. Nach derzeit gültiger Rechtslage (Atomkonsens) ist ein Abschalten 2011 vorgesehen. Isar 2 in unmittelbarer Nachbarschaft zu Isar 1 ist ein DRUCKwasserreaktor, ging 1988 in Betrieb und soll bis 2020 weiterlaufen. Druckwasserreaktoren gelten im Vergleich zu Siedewasserreaktoren als sicherer. In Deutschland gibt es aktuell 17 AKW-Standorte.

