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22.06.2009: Zu Besuch bei der Rottenburger Realschule
MdL Hubert Aiwanger informiert sich über die Probleme und Forderungen der Realschulen
Keine Mogelpackung bei der Mittleren Reife
Rottenburg. Über die bayerischen Probleme der Bildungspolitik im Allgemeinen und die Probleme der Realschule im Besonderen sprach am Montag MdL Hubert Aiwanger (Freie Wähler) mit Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), und Reinhold Kerner, Leiter der Staatlichen Realschule in Rottenburg. Dabei kam man überein, dass das dreigliedrige Schulsystem die beste Förderung für die Schüler darstellt. Schwierigkeiten hingegen bereitet vor allem der Mangel an Verwaltungskräften und an pädagogischem Betreuungspersonal.
Positiv stehen die beiden Schulleiter der Entwicklung der Hauptschule zur Beruflichen Mittelschule gegenüber, erfuhr Aiwanger. „Damit erfährt die Hauptschule Anerkennung und bekommt eine Perspektive“, stimmte der Landtagsabgeordnete zu. Seiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass die Hauptschüler vor allem einen Anschluss an die Berufswelt finden. Der brlv-Vorsitzende und der Schulleiter waren derselben Ansicht. Aufgabe der Bildungsstätte sollte es sein, Kernkompetenzen zu fördern und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der Wert eines eigenen, guten Abschlusses müsste den Schülern aller Schularten noch mehr bewusst gemacht werden, fügte Kerner an.
Die sogenannte Gelenkklasse mit Orientierungsfunktion der 5. Jahrgangsstufe halten die beiden Pädagogen für sinnvoll. „Die Schüler sollten neben der vierten Klasse noch einmal eine Chance bekommen, die Schule zu wechseln“, so Reinhold Kerner. Allerdings müsse ein „Abbiegen“ in beide Richtungen möglich sein. Klare Grenzen zog der brlv-Vorsitzende auch beim Schulniveau: „Die Berufliche Mittelschule soll sich eigenständig entwickeln, ohne Bezug zur Realschule. Wir wollen keine Mogelpackung. Wir machen nicht mit bei einem vorgetäuschten Realschulabschluss über die Hintertür der Hauptschule. Das wäre die Zusammenlegung der beiden Schularten.“
Sorgen bereiteten den beiden Lehrern die Situation an den Seminarschulen, wo die nachkommenden Realschullehrer ausgebildet werden. „Wir haben hier ein Qualitäts- und Quantitätsproblem“, erklärte Anton Huber. Zum einen gäbe es mehr Referendare als es zukünftig Anstellungen gibt, zum anderen könnten deren Betreuer das Pensum zeitlich fast nicht bewältigen. Auch an der Zahl der Verwaltungskräfte mangelt es ganz erheblich, wusste Schulleiter Kerner. Die anfallenden Arbeiten können derzeit nur durch Mehrarbeit abgedeckt werden, da die der Schule zustehenden Verwaltungskräfte nicht eingestellt werden. Schon mehrmals hätten die FW zusätzliche Angestellte an den Schulen gefordert, teilte daraufhin der FW-Politiker mit, doch leider sei dies von der Staatsregierung immer wieder abgelehnt worden. „Wir werden aber das Thema Bildung ständig am Köcheln halten“, versprach Hubert Aiwanger.


