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07.10.2009: Hauptschulen
Massensterben der Hauptschule?
FW und BLLV kritisch gegenüber Mittelschule
Eine Beschleunigung des Hauptschulsterbens befürchtet die Landtagsfraktion der Freien Wähler aufgrund der Pläne der Staatsregierung. Bei der aktuellen Stunde in der Vollversammlung des Landtags am Dienstag kritisierten die FW noch einmal das Vorhaben von Kultusminister Ludwig Spaenle.
„Das Konzept kann nur an Hauptschulen ab etwa 300 Schülern umgesetzt werden“ bemängelt der Fraktionsvorsitzende Hubert Aiwanger, „das bedeutet das Aus für kleinere Schulen im ländlichen Raum oder die Gründung von Schulverbünden, was zu einem Wanderzirkus der Schüler zwischen den Standorten führt.“ Der Abgeordnete befürchtet, dass es in Zukunft pro Landkreis nur noch zwei oder drei Schulstandorte bzw. -ver-bünde geben wird.
„Das Kultusministerium gaukelt den Kommunen Mitsprache bei den sogenannten Schulverbünden vor“, so Aiwanger weiter, „dabei lehnen Schulen und Bürgermeister die Pläne überwiegend ab.“ Es sei ein Irrsinn, die Schüler wegen Kleinigkeiten in den Stundenplänen zwischen verschiedenen Standorten hin- und herzukarren. Auch Schulen mit weniger als 100 Kindern müssen bestehen bleiben, nicht nur Hauptschulen mit 300 oder gar 500 Schülern.
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht das Vorhaben des Kultusministeriums ebenfalls kritisch. „Die Hauptschulinitiative wurde vom Minister als allerletzte Chance für die Hauptschule bezeichnet. Nun startet man mit der Mittelschule eine erneute letzte Chance. Aber auch diese wird letztlich nicht mehr helfen“, erklärt Judith Wenzl, BLLV-Bezirksvorsitzende in Niederbayern. Die Aufsplitterung der Schüler würde nur noch extremer. Mit den Schulverbünden kommen auf die Schulen und Kommunen weitere organisatorische Herausforderungen zu, von den pädagogischen Problemen ganz zu schweigen. „Die Schule wird immer anonymer und damit das soziale Gefüge schwieriger“, führt Wenzl aus.
Die Freien Wähler fordern mehr Berufsorientierung in den Hauptschulen. Dies soll mit einem wöchentlichen Praxistag mit Vertretern aus der Wirtschaft oder der Berufsschule erreicht werden.

