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02.12.2009: Schulen in privater Trägerschaft
Staatliche Refinanzierung erhöhen
Schulen in privater Trägerschaft haben mit Defizit zu kämpfen:
Landshut. „Mit einer Anhebung der Refinanzierung wäre uns sehr geholfen“, betonte Ursula Weger, Schulleiterin des Gymnasiums Seligenthal gegenüber MdL Hubert Aiwanger. Die Schulleiterin hatte den FW-Abgeordneten zum Gespräch geladen, um ihm die Probleme der Schulen in privater Trägerschaft zu verdeutlichen.
Momentan werden knapp 80 Prozent der Schulkosten durch den Freistaat durch Pauschalzuwendungen für Schüler, Lehrer und Bücher refinanziert. Ein Teil des verbleibenden Defizits kann durch Schulgeld, Spenden und freiwilligen Leistungen von Stadt und Landkreis gedeckt werden, für den Rest muss der Träger aufkommen. „Uns wurde versprochen, dass der Schulgeldersatz pro Schüler von 66 auf 100 Euro angehoben wird. Derzeit bekommen wir 75 Euro“, berichtete Weger. Deshalb kämen die Privatschulen auch nicht umhin, ein Schulgeld zu verlangen.
Dasselbe merkte auch Carsten Riegert, Geschäftsführer der Schulstiftung Seligenthal, an. Es müssten ja nicht nur die Lehrer und die Unterrichtsmaterialien bezahlt werden, auch der Gebäudeunterhalt verschlingt einiges. Vor allem in den nächsten Jahren muss die Stiftung sehr gut wirtschaften, da die Sanierung der teilweise sehr alten Bauwerke des Schulkomplexes ansteht. Die Erhöhung des staatlichen Schulgeldersatzes käme da sehr gelegen. Ein Thema, das im Landtag immer wieder debattiert und von den FW unterstützt wird.
Auch mit der Lehrerversorgung haben es die Bildungseinrichtungen in privater Trägerschaft schwer. Da die Lehrer an Privatschulen in der Regel keinen Beamtenstatus besitzen, fällt das Nettoeinkommen geringer aus. „Dennoch müssen unsere Pädagogen hoch motiviert sein, um das Schulprofil im Unterrichtsalltag umzusetzen.“ Zudem ist die staatliche Genehmigung bei der Einstellung neuer Lehrer Voraussetzung, sodass Schulen in privater Trägerschaft bei der Anwerbung von Lehrkräften immer mit dem Staat konkurrieren müssen.
Ein weiteres Gesprächsthema war der hohe Leistungsdruck im G8. „Mehr Zeit oder weniger Lernstoff“, forderte Aiwanger. Nur in vielen Wochenstunden könnten derzeit die Unterrichtsanforderungen bewältigt werden, und die sowieso schon knapp bemessene Freizeit der Schüler geht für Hausaufgaben und Lernen drauf. Zeit für Hobbies bleibt da kaum.
Vor dem Neubau eines Landkreisgymnasiums hat die Schulleiterin keine großen Befürchtungen: „Ich denke nicht, dass sich bei uns viel ändert. Klar werden wir ein paar Schüler verlieren, aber das wird sich in Grenzen halten.“ Viel wichtiger sei es ihrer Meinung nach, dass die kirchliche Schule ihr eigenes Profil behaupten kann. „Wir wollen mit unseren fachlichen Zweigen ein fester Bestandteil in der Angebotspalette der Landshuter Gymnasien sein. Auch mit unserer erzieherischen Arbeit und Wertevermittlung wollen wir uns von den öffentlichen Schulen unterscheiden, als kirchliche Privatschule haben wir da mehr pädagogischen Freiraum.“
Der Landtagspolitiker bedankte sich nach einem Rundgang durch das Schulgebäude bei Ursula Weger für das aufschlussreiche Gespräch. „Politik und die handelnden Personen vor Ort müssen eng zusammenarbeiten um auftretende Probleme schon im Vorfeld zu bereinigen. Gerade in der Bildungspolitik ist in den vergangenen Jahren zu vieles über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden worden“, so Hubert Aiwanger abschließend.


